Zum Welt-Flüchtlingstag 20.6.

Sommerbeginn 2014 –gerade jetzt sind weltweit 51,2 Millionen Menschen auf der Flucht. So viele Menschen wie jetzt waren seit dem zweiten Weltkrieg nicht mehr unfreiwillig „unterwegs“- Sie sind zwangsweise mobil, weil ihnen in der Heimat Verfolgung droht. Diese horrende Zahl hat das UN-Flüchtlingswerk UNHCR zum heutigen Weltflüchtlingstag (20.6.) veröffentlicht. Dass sich 86 %der Flüchtlinge in den ärmeren Ländern der Welt aufhalten, ist bekannt, wird aber in gesellschaftspolitischen Debatten in den reicheren Ländern des Globus oft ignoriert.

Feststellen kann man, dass nicht nur die Menschen, sondern natürlich erst recht ihre mitgebrachten Kompetenzen es nicht so recht “über die Grenzen“ schaffen: So gibt es in Österreich nach wie vor keine Erhebung über die formalen Kompetenzen der AsylwerberInnen. Die Studie der Donau Universität Krems „Anerkennung ausländischer Qualifikationen und informeller Kompetenzen in Österreich“ aus 2012, eine Grundlagenarbeit zu der Thematik, hält genau das fest: Zwar gibt es eine Tiroler Erhebung in dieser Sache(S. 94ff), aber nach wie vor ist die generelle Kompetenzfeststellung bei AsylwerberInnen ein blinder Fleck in Österreich. Nicht geschmälert werden soll dadurch das Engagement von NGOs und Fachleuten, die sich punktuell genau um solche Erhebungen bei Einzelpersonen bemühen: Fakt ist jedoch, dass eine systematische Bestandsaufnahme fehlt. Sie würde wohl darauf verweisen, wie heterogen die Menschen sind, die in Österreich – oft nach dramatischen, grausamen und unendlich anstregenden „Fluchtgeschichten“ ankommen. Und wieviel an Qualifikationen sie mitbringen, die aber unsichtbar und somit zumeist unberücksichtigt bleiben.