10. Dezember: Tag der Menschenrechte ist auch Anerkennungstag!

Seit 68 Jahren wird er immer am 10. Dezember weltweit gefeiert: der Gedenktag zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen 1948 verabschiedet wurde. Der Konnex gerade hin zu einer adäquaten beruflichen Umsetzung dessen, was Menschen können, ist auch ein Menschenrecht. Eine umsichtige, integrative Arbeitsmarktpolitik stützt also Menschenrechte.

Laut „migration & integration. zahlen. daten. indikatoren 2016“ liegt eine geringere migrantische Erwerbstätigkeit im Vergleich zu ÖsterreicherInnen vor. Die migrantische Erwerbstätigenquote der 15- bis 64-Jährigen lag 2015 bei 63% bzw. 74%, was wesentlich auf die niedrigere weibliche Erwerbsbeteiligung (57% gegenüber 70%) zurückzuführen ist. Eine starke Variable bildet jedoch die Herkunft, wobei Personen mit türkischer bzw. Drittstaats-Herkunft die niedrigste Erwerbsbeteiligung aufweisen (55%).

Mehr als ein Fünftel der Beschäftigten mit Migrationshintergrund fühlte sich 2014 überqualifiziert (22%), jedoch schätzen sich nur 9% der Personen ohne Migrationshintergrund so ein. Generell sind Frauen häufiger überqualifiziert beschäftigt als Männer, in besonders hohem Ausmaß betraf dies Frauen aus den seit 2004 beigetretenen EU-Staaten.

Ende Juli 2016 waren 25.168 anerkannte Flüchtlinge oder Menschen mit subsidiärem Schutz in Österreich beim Arbeitsmarktservice arbeitslos vorgemerkt oder in Schulung. Der Anteil dieser Gruppe an allen am Arbeitsmarktservice (AMS) vorgemerkten Personen oder in Schulung befindlichen Personen lag bei 6,6% und steigt seit dem Vorjahr. Dabei handelt es sich vor allem um SyrerInnen mit 63%, gefolgt von 16% Personen aus Afghanistan und 6% IrakerInnen. Zeitgleich waren 1.352 weibliche und 7.069 männliche Flüchtlinge bzw. subsidiär Schutzberechtigte unter 25 Jahren beim AMS vorgemerkt. (Quelle: AMS-Spezialthema zum Arbeitsmarkt, Juli 2016)

Wie sieht es nun seitens möglicher ArbeitgeberInnen aus? Im ÖIF-Forschungs-Bericht „Anerkennung von Qualifikationen“ (auch Anerkannt!-Projektresultate wurden rezipiert) aus 2016 wird ersichtlich, dass ArbeitgeberInnen Vorbehalte gegenüber ausländischen Abschlüssen haben können: Sie sind mit ausländischen Ausbildungssystemen nicht ausreichend vertraut und können häufig den Wert der Ausbildung nicht einschätzen. Dies kann zu einer Benachteiligung von MigrantInnen bei der Arbeitssuche führen. Auch der erste Bericht zum deutschen Anerkennungsgesetz aus 2014 bestätigt diesen Eindruck speziell bei Klein- und Mittelbetrieben, was eine strukturelle Barriere bei der Arbeitsmarktintegration darstellt. Auch die Anerkannt!– Befragung bei Klein- und Mittelbetrieben vom Herbst 2016 weist auf dieses Phänomen hin

Links:

Präsentation der ersten KMU-Umfrage, 10. November 2016

anerkannt

Von 21. September bis 14. Oktober 2016 fand die erste Online-Umfrage zu Beschäftigten mit ausländischen Qualifikationen in steirischen Klein- und Mittelbetrieben statt.

Es wurden steiermarkweit 6500 Betriebe mit bis 250 Beschäftigten mit der Umfrage über ihre Erfahrungen bei der Suche und Aufnahme von Beschäftigten mit international erworbenen Qualifikationen beschickt. Gezielt wurden der Informationsstand, die innerbetrieblichen Erfahrungen bei der Suche und Rekrutierung von Fachkräften mit international erworbenen Qualifikationen und Verbesserungsvorschläge sowie der Unterstützungsbedarf für das Procedere erhoben.

Die Ergebnisse der Befragung werden am Donnerstag, 10. November 2016, um 14:00 bis 16:00 Uhr vom Soziologen Barış Koç BA und Mag.a Edith Zitz (Projekt Anerkannt!) vorgestellt. Im Anschluss an die Präsentation gibt es die Möglichkeit die Ergebnisse und deren Auswirkungen zu diskutieren.

>>> Einladung zum Download

Wir ersuchen Sie um Ihre verbindliche Anmeldung bis Dienstag, 8. November 2016 unter office@inspire-thinking.at.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

 

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Med Unis vereinheitlichen Nostrifizierungen

Ab Februar 2017 ist es soweit: Die drei Medizinischen Universitäten Österreichs (Graz, Innsbruck und Wien) starten erstmals mit vereinheitlichten Nostrifizierungsverfahren.

Bisher war das Procedere für Drittstaatsangehörige je nach Med Uni unterschiedlich geregelt: Die jeweilige Satzung dabei legt die Vorgangsweise fest. Um gleiche Bedingungen in ganz Österreich sicherzustellen, einigten sich die Universitäten nun auf angeglichene Satzungen. Dies sind Grundsatzdokumente der Universitäten. Diese Vereinheitlichungsinitiative stammt aus dem Jahr 2013.

Die Nostrifizierungstaxe, also die Gebühr, liegt nach wie vor bei Euro 150,00. Zusätzlich sind jedoch weitere Kosten, etwa für Übersetzungen, mitzubedenken. Ab Februar 2017 wird es erstmals Onlineprüfungen für die ja bereits fertig ausgebildeten MedizinerInnen aus dem Nicht-EU-Ausland, die aber noch die formale Anerkennung in Österreich benötigen, geben. Die drei Med-Unis wechseln sich als Prüfungsorte ab. Die näheren Abläufe finden sich auf ihren Websites.

Für EU-Abschlüsse gelten seit 2005 vereinfachte Anerkennungsbestimmungen.

Diese Harmonisierung ist zu begrüßen. Allerdings ist abzuwarten, welche praktischen Erkenntnisse der erste Durchlauf im Februar bringen wird.

Ab 21. September 2016: Online-Befragung in steirischen Betrieben

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Ab 21. September 2016 werden die Personalverantwortlichen und BetriebsrätInnen von steirischen Klein- und Mittelbetrieben über ihre Erfahrungen bei der Suche und Aufnahme von Beschäftigten mit international erworbenen Qualifikationen befragt.

Knapp ein Drittel der MigrantInnen arbeiten unter ihrer mitgebrachten Ausbildung. Durch die Befragung wird erstmalig eine umfangreiche Bestandsaufnahme über die gelebte Praxis der komplexen Verfahren der Berufsanerkennung gewonnen. Gezielt werden der Informationsstand, die innerbetrieblichen Erfahrungen bei der Suche und Rekrutierung von Fachkräften mit international erworbenen Qualifikationen und Verbesserungsvorschläge sowie der Unterstützungsbedarf für das Procedere abgefragt. Die Ergebnisse werden im Herbst 2016 der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Ab 21. September 2016 ist die Umfrage unter diesem Link https://www.soscisurvey.de/kmu-befragung/ verfügbar.

Weitere Informationen finden Sie hier: Anerkannt_KMU-Befragung 20160921

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29.9.2016: Sozialhistorischer Bildungsstreifzug am rechten Murufer!

anerkannt

Unter dem Motto „Wie (Berufs-)Anerkennung gelingen kann!“ lädt das Team des Projekts Anerkannt! zum sozialhistorischen Streifzug im Grazer Bezirk Lend.

Fast ein Drittel der ImmigrantInnen arbeitet unter dem mitgebrachten Ausbildungsniveau. Das kann man nicht so stehenlassen! Es hat fatale Folgen für die Integration, aber auch für den Arbeitsmarkt und das Wirtschaftssystem, dem da viel know how verlorengeht, gerade in einer zunehmend internationalisierten Wirtschaft. Frauen sind hier doppelt betroffen: Ökonomische Unabhängigkeit ist für sie von besonderer Bedeutung.

Wir durchkreuzen bei diesem Streifzug den „Arbeiterbezirk“ Lend. Wir sehen uns „new ethnic economies“ an, aber auch sozialökonomische Betriebe wie die „Manufaktur“. Weiters werfen wir einen Blick auf Zahlen-Daten-Fakten zu Bildung, Wirtschaft und Beschäftigung am „rechten Murufer“. Und wir besuchen unterstützende Institutionen.

Wann: 29. September 2016, 16:00 Uhr
Start: Sozialzentrum Marianum der Caritas / Mariengasse 24

Diesen Streifzug gibt es auch auf Facebook!
Unter: https://www.facebook.com/events/319706708420750/

Erzählerinnen:

Emina Saric
Emina Saric

Emina Saric, MA (Studium der Germanistik an der Philosophischen Fakultät in Sarajewo,, Montessori-Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule in Graz, Geschlechterstudien an der Karl-Franzens-Universität Graz; Arbeitsfelder: Frauenspezifische Beratung im interkulturellen Kontext, Lehrerin im Ausbildungszentrum für Sozialberufe Graz)

und

Mag.a Edith Zitz (Projekt Anerkannt!, Diversitätsfachfrau mit Fokus gesellschaftliche Teilhabe, Arbeit, Wirtschaft. Spezielles Interesse: selbstbestimmt Altern, community education, öffentlicher Raum. Spezialisiert auf Kooperation mit komplexen Organisationen und interdisziplinär ausgelegten Projekten.)

Wir laden herzlich zum Mitgehen und Mitdiskutieren ein!

Einladung zum Download: einladung_anerkannt-streifzug_29092016

 

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„Anerkannt!“ in der Annenpost – Geschichten aus dem Annenviertel

Katharina Brunner von der „Annenpost – Geschichten aus dem Annenviertel“ war im Juli 2016 bei Edith Zitz und Bars Koç aus dem Projektteam von „Anerkannt!“ zu Gast.

Das Gespräch drehte sich rund um dequalifizierte Frauen und Männer am österreichischen Arbeitsmarkt, das neue Anerkennungsgesetz und die Online-Umfrage bei steirischen Klein- und Mittelbetrieben, die im September 2016 startet.

Hier ein kleiner Auszug aus dem am 27. Juli erschienen Artikel:

Damit MigrantInnen im Arbeitsmarkt erfolgreich integriert werden können, braucht es aber die ArbeitgeberInnen. Darum will das Team von inspire thinking mit ihrem Projekt „Anerkannt!“ von Klein- und Mittelbetrieben (KMUs) via Online-Umfrage wissen, was diese Betriebe mit maximal 250 Angestellten brauchen, um leichter mit internationalen Qualifikationen von MigrantInnen umgehen zu können. Dass Betriebe zögern, ausgebildete MigrantInnen anzustellen, liege meistens daran, dass das Anerkennungssystem für Betriebe selbst unverständlich sei, meint Edith Zitz. Sie ist eine von zwei Fachleuten aus dem Bildungsbereich im Team. Zusammen mit einer Juristin und einem Soziologen arbeitet sie seit drei Monaten an einer Umfrage. Finanziert wird das Projekt vom Integrationsministerium BMEIA und dem Integrationsreferat der Stadt Graz.

Ankündigung: Erste Umfrage zur Praxis der Berufsanerkennung in steirischen Betrieben!

11-Anerkannt-Umfrage-Aviso

Mitte September 2016 findet steiermarkweit mit inhaltlicher Unterstützung des AMS, des ÖGB und der Wirtschaftskammer Steiermark die erste Online-Umfrage zu Beschäftigten mit ausländischen Qualifikationen in steirischen Betrieben statt. Dabei werden Klein- und Mittelbetriebe mit bis 250 Beschäftigten über ihre Erfahrungen bei der Suche und Aufnahme von Beschäftigten mit international erworbenen Qualifikationen befragt. Die Umfrage wendet sich an die Geschäftsführung, die Personalverantwortlichen und die Betriebsrätinnen und –räte.

Knapp ein Drittel der MigrantInnen arbeiten unter ihrer mitgebrachten Ausbildung. Ziel der Befragung ist es, erstmalig eine umfangreiche Bestandsaufnahme über die gelebte Praxis der komplexen Verfahren der Berufsanerkennung zu bekommen. So werden gezielt der Informationsstand, die innerbetrieblichen Erfahrungen bei der Suche und Rekrutierung von Fachkräften mit international erworbenen Qualifikationen und Verbesserungsvorschläge sowie der Unterstützungsbedarf für das Procedere abgefragt. Ein weiterer wichtiger Punkt, über die die Umfrageergebnisse Aufschluss geben sollen, ist in welcher Form die Berufsqualifikationen in den Betrieben überprüft werden.

Die gewonnenen Erkenntnisse werden nach Abschluss der Umfrage Fachleuten, Stakeholdern, sowie der breiten Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Die Resultate bilden den Bedarf von Klein- und Mittelbetrieben bezüglich der Anerkennungsthematik ab und beinhalten Handlungsempfehlungen für eine weitere Entwicklung von praxisnahen Maßnahmen.

Abgefragt werden unter anderem:

  1. Auf welche Kriterien achten die steirischen Klein- und Mittelbetriebe bei der Anstellung eines neuen Mitarbeiters oder einer neuen Mitarbeiterin?
  2. Wohin wenden sich die Klein- und Mittelbetriebe, wenn sie Fragen bezüglich einer Personaleinstellung haben?
  3. Erheben die Klein- und Mittelbetriebe auch Kompetenzen und Fähigkeiten, für die eine Person keine Nachweise hat?
  4. Welche Erfahrungen haben die Klein- und Mittelbetriebe mit Anerkennungsverfahren?
  5. In welcher Form konnte der Betrieb durch die Anstellung einer Person mit ausländischer Qualifikation profitieren?

Die Umfrage findet im Rahmen des Projektes „Anerkannt!“ der Grazer Bildungsorganisation „inspire – Verein für Bildung und Management“ gemeinsam mit dem Soziologen Baris Koc statt. Sie unterstützt zugleich das neue österreichische Anerkennungs- und Bewertungsgesetz, das mit 12. Juli 2016 in Kraft trat.

Rückfragehinweis:
Mag.a Andrea Kern, MA: +43 699 17741939, andrea.kern(at)inspire-thinking.at
Mag.a Edith Zitz: +43 676 580 3474, edith.zitz(at)inspire-thinking.at

Datei zum Download:

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Anerkennungs- und BewertungsGesetz vom Nationalrat beschlossen

Am 11. Juli 2016 wurde das Anerkennungs- und Bewertungsgesetz (AuBG) vom Nationalrat beschlossen. Die Regierungsvorlage, die am 13. April 2016 vom Ministerrat beschlossen wurde, wurde unverändert übernommen. Das AuBG ist bereits mit 12. Juli 2016 in Kraft getreten.

Zum Gesetz: AuBG