Internationaler Frauentag 8. März – Anerkennungstag für alle Frauen!

Die wirtschaftliche Teilhabe von Frauen ist ein besonderes Anliegen des Projektes Anerkannt!.

28% der migrantischen Erwerbstätigen (25% der Männer, 32% der Frauen) fühlen sich in ihrem Tätigkeitsbereich dequalifiziert: Sie sind also unter dem Qualifikationsniveau, das sie international erworben haben, tätig.

Dies gilt übrigens auch für Österreicherinnen, aber in geringerem Ausmaß – nämlich für 8% der Männer und 12% Frauen. Bei diesen legt Anerkannt! das Augenmerk auf Formen der Validierung, also der Anerkennung von non-formal und informell erworbenen Kompetenzen: Für dieses Know-how hat man zwar kein Zeugnis oder Diplom, aber man ist dennoch fachlich sattelfest.

Der Dequalifikations-Befund findet sich in zahlreichen Strategiepapieren im Integrations-, Bildungs-, Wirtschafts- und Arbeitsmarktbereich. Wir setzen uns für den ausbildungsadäquaten Berufseinsatz / der Erwerbstätigkeit von allen Frauen ein. Zugleich fördert Anerkannt! mit innovativer Netzwerkarbeit in der Gesamtgesellschaft das Interesse an bestehenden bzw. mitgebrachten Kompetenzen, deren beruflicher Verwertbarkeit und an einer allgemeinen respektvollen „Anerkennungskultur“ gerade in Zeiten sehr hoher Migrations- und Fluchtbewegungen.

Die Teilhabe an Arbeit und Wirtschaft ist eine zentrale Form der Verhinderung der Abhängigkeit von nicht förderlichen, patriarchalen Strukturen und somit auch aus gesamtgesellschaftlicher Sicht unbedingt mitzudenken.

Wir arbeiten heuer verstärkt mit Fraueneinrichtungen, GemeinwesenarbeiterInnen, SozialpartnerInnen, doch auch potentielle ArbeitgeberInnen, insbesondere KMU’s, zusammen, um das Netzwerk noch enger zu knüpfen.

Anerkannt! 2017

Ein Viertel der MigrantInnen ist unter dem Ausbildungsniveau beruflich tätig. Das gilt verstärkt für Frauen. Die mangelnde Anerkennung der mitgebrachten Kompetenzen erschwert die soziale und gesellschaftliche Teilhabe. Zugleich gibt es in der Steiermark / in Österreich teils einen Fachkräftemangel.

Wir  sind Dienstleister bei der Anerkennung von im Ausland erworbenen Qualifikationen. Tätig sind wir für Organisationen, Behörden und Unternehmen, die Unterstützung in diesem komplexen Bereich brauchen.

Gemeinsam mit vielen PartnerInnen engagieren wir uns für eine respektvolle „Anerkennungskultur“ gerade in Zeiten hoher Migrations- und Fluchtbewegungen. Das ist der Wirtschaft und dem Arbeitsmarkt förderlich und dem sozialen Zusammenhalt zuträglich.

Der Fokus liegt auf der Arbeit mit MultiplikatorInnen, auf Klein-und Mittelbetrieben und noch selten erreichten Aktiven. Die Anerkennung von informell / non-formal erworbenen Kompetenzen, die wir auch bearbeiten, betrifft übrigens auch viele ÖsterreicherInnen. Auch hier engagieren wir uns.

Unsere Maßnahmen im Jahr 2017
– Wir bieten Workshops für Gender- und Diversitäts-MultiplikatorInnen.
– Wir holen beschäftigungs- und wirtschaftspolitische Entwicklungen ins Projekt.
Anerkannt! erhebt quantitativ auf Basis der im September 2016 durchgeführten steirischen KMU-Online-Befragung und qualitativ mit Interviews und Fokusgruppen die Rolle und Bedarfe von KMUs im Anerkennungsprozess.
– In Grazer Stadtteilzentren finden niederschwellige Anerkennungs-Formate statt.
– Im „Labor“, einer partizipativ ausgerichteten Tagung mit der innovativen Methode „Art of Hosting“ erarbeiten wir mit Sozialpartnern, Behörden und dem AMS Lösungsmöglichkeiten für anspruchsvolle Anerkennungs-Fragen.

Rückfragen & Kontakt

Mag.a Edith Zitz, edith.zitz(at)inspire-thinking.at, ++43 (0)676/ 580 3474

10. Dezember: Tag der Menschenrechte ist auch Anerkennungstag!

Seit 68 Jahren wird er immer am 10. Dezember weltweit gefeiert: der Gedenktag zur Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, die durch die Generalversammlung der Vereinten Nationen 1948 verabschiedet wurde. Der Konnex gerade hin zu einer adäquaten beruflichen Umsetzung dessen, was Menschen können, ist auch ein Menschenrecht. Eine umsichtige, integrative Arbeitsmarktpolitik stützt also Menschenrechte.

Laut „migration & integration. zahlen. daten. indikatoren 2016“ liegt eine geringere migrantische Erwerbstätigkeit im Vergleich zu ÖsterreicherInnen vor. Die migrantische Erwerbstätigenquote der 15- bis 64-Jährigen lag 2015 bei 63% bzw. 74%, was wesentlich auf die niedrigere weibliche Erwerbsbeteiligung (57% gegenüber 70%) zurückzuführen ist. Eine starke Variable bildet jedoch die Herkunft, wobei Personen mit türkischer bzw. Drittstaats-Herkunft die niedrigste Erwerbsbeteiligung aufweisen (55%).

Mehr als ein Fünftel der Beschäftigten mit Migrationshintergrund fühlte sich 2014 überqualifiziert (22%), jedoch schätzen sich nur 9% der Personen ohne Migrationshintergrund so ein. Generell sind Frauen häufiger überqualifiziert beschäftigt als Männer, in besonders hohem Ausmaß betraf dies Frauen aus den seit 2004 beigetretenen EU-Staaten.

Ende Juli 2016 waren 25.168 anerkannte Flüchtlinge oder Menschen mit subsidiärem Schutz in Österreich beim Arbeitsmarktservice arbeitslos vorgemerkt oder in Schulung. Der Anteil dieser Gruppe an allen am Arbeitsmarktservice (AMS) vorgemerkten Personen oder in Schulung befindlichen Personen lag bei 6,6% und steigt seit dem Vorjahr. Dabei handelt es sich vor allem um SyrerInnen mit 63%, gefolgt von 16% Personen aus Afghanistan und 6% IrakerInnen. Zeitgleich waren 1.352 weibliche und 7.069 männliche Flüchtlinge bzw. subsidiär Schutzberechtigte unter 25 Jahren beim AMS vorgemerkt. (Quelle: AMS-Spezialthema zum Arbeitsmarkt, Juli 2016)

Wie sieht es nun seitens möglicher ArbeitgeberInnen aus? Im ÖIF-Forschungs-Bericht „Anerkennung von Qualifikationen“ (auch Anerkannt!-Projektresultate wurden rezipiert) aus 2016 wird ersichtlich, dass ArbeitgeberInnen Vorbehalte gegenüber ausländischen Abschlüssen haben können: Sie sind mit ausländischen Ausbildungssystemen nicht ausreichend vertraut und können häufig den Wert der Ausbildung nicht einschätzen. Dies kann zu einer Benachteiligung von MigrantInnen bei der Arbeitssuche führen. Auch der erste Bericht zum deutschen Anerkennungsgesetz aus 2014 bestätigt diesen Eindruck speziell bei Klein- und Mittelbetrieben, was eine strukturelle Barriere bei der Arbeitsmarktintegration darstellt. Auch die Anerkannt!– Befragung bei Klein- und Mittelbetrieben vom Herbst 2016 weist auf dieses Phänomen hin

Links:

Präsentation der ersten KMU-Umfrage, 10. November 2016

anerkannt

Von 21. September bis 14. Oktober 2016 fand die erste Online-Umfrage zu Beschäftigten mit ausländischen Qualifikationen in steirischen Klein- und Mittelbetrieben statt.

Es wurden steiermarkweit 6500 Betriebe mit bis 250 Beschäftigten mit der Umfrage über ihre Erfahrungen bei der Suche und Aufnahme von Beschäftigten mit international erworbenen Qualifikationen beschickt. Gezielt wurden der Informationsstand, die innerbetrieblichen Erfahrungen bei der Suche und Rekrutierung von Fachkräften mit international erworbenen Qualifikationen und Verbesserungsvorschläge sowie der Unterstützungsbedarf für das Procedere erhoben.

Die Ergebnisse der Befragung werden am Donnerstag, 10. November 2016, um 14:00 bis 16:00 Uhr vom Soziologen Barış Koç BA und Mag.a Edith Zitz (Projekt Anerkannt!) vorgestellt. Im Anschluss an die Präsentation gibt es die Möglichkeit die Ergebnisse und deren Auswirkungen zu diskutieren.

>>> Einladung zum Download

Wir ersuchen Sie um Ihre verbindliche Anmeldung bis Dienstag, 8. November 2016 unter office@inspire-thinking.at.

Wir freuen uns auf Ihr Kommen!

 

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Med Unis vereinheitlichen Nostrifizierungen

Ab Februar 2017 ist es soweit: Die drei Medizinischen Universitäten Österreichs (Graz, Innsbruck und Wien) starten erstmals mit vereinheitlichten Nostrifizierungsverfahren.

Bisher war das Procedere für Drittstaatsangehörige je nach Med Uni unterschiedlich geregelt: Die jeweilige Satzung dabei legt die Vorgangsweise fest. Um gleiche Bedingungen in ganz Österreich sicherzustellen, einigten sich die Universitäten nun auf angeglichene Satzungen. Dies sind Grundsatzdokumente der Universitäten. Diese Vereinheitlichungsinitiative stammt aus dem Jahr 2013.

Die Nostrifizierungstaxe, also die Gebühr, liegt nach wie vor bei Euro 150,00. Zusätzlich sind jedoch weitere Kosten, etwa für Übersetzungen, mitzubedenken. Ab Februar 2017 wird es erstmals Onlineprüfungen für die ja bereits fertig ausgebildeten MedizinerInnen aus dem Nicht-EU-Ausland, die aber noch die formale Anerkennung in Österreich benötigen, geben. Die drei Med-Unis wechseln sich als Prüfungsorte ab. Die näheren Abläufe finden sich auf ihren Websites.

Für EU-Abschlüsse gelten seit 2005 vereinfachte Anerkennungsbestimmungen.

Diese Harmonisierung ist zu begrüßen. Allerdings ist abzuwarten, welche praktischen Erkenntnisse der erste Durchlauf im Februar bringen wird.

Ab 21. September 2016: Online-Befragung in steirischen Betrieben

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Ab 21. September 2016 werden die Personalverantwortlichen und BetriebsrätInnen von steirischen Klein- und Mittelbetrieben über ihre Erfahrungen bei der Suche und Aufnahme von Beschäftigten mit international erworbenen Qualifikationen befragt.

Knapp ein Drittel der MigrantInnen arbeiten unter ihrer mitgebrachten Ausbildung. Durch die Befragung wird erstmalig eine umfangreiche Bestandsaufnahme über die gelebte Praxis der komplexen Verfahren der Berufsanerkennung gewonnen. Gezielt werden der Informationsstand, die innerbetrieblichen Erfahrungen bei der Suche und Rekrutierung von Fachkräften mit international erworbenen Qualifikationen und Verbesserungsvorschläge sowie der Unterstützungsbedarf für das Procedere abgefragt. Die Ergebnisse werden im Herbst 2016 der Öffentlichkeit zur Verfügung gestellt.

Ab 21. September 2016 ist die Umfrage unter diesem Link https://www.soscisurvey.de/kmu-befragung/ verfügbar.

Weitere Informationen finden Sie hier: Anerkannt_KMU-Befragung 20160921

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29.9.2016: Sozialhistorischer Bildungsstreifzug am rechten Murufer!

anerkannt

Unter dem Motto „Wie (Berufs-)Anerkennung gelingen kann!“ lädt das Team des Projekts Anerkannt! zum sozialhistorischen Streifzug im Grazer Bezirk Lend.

Fast ein Drittel der ImmigrantInnen arbeitet unter dem mitgebrachten Ausbildungsniveau. Das kann man nicht so stehenlassen! Es hat fatale Folgen für die Integration, aber auch für den Arbeitsmarkt und das Wirtschaftssystem, dem da viel know how verlorengeht, gerade in einer zunehmend internationalisierten Wirtschaft. Frauen sind hier doppelt betroffen: Ökonomische Unabhängigkeit ist für sie von besonderer Bedeutung.

Wir durchkreuzen bei diesem Streifzug den „Arbeiterbezirk“ Lend. Wir sehen uns „new ethnic economies“ an, aber auch sozialökonomische Betriebe wie die „Manufaktur“. Weiters werfen wir einen Blick auf Zahlen-Daten-Fakten zu Bildung, Wirtschaft und Beschäftigung am „rechten Murufer“. Und wir besuchen unterstützende Institutionen.

Wann: 29. September 2016, 16:00 Uhr
Start: Sozialzentrum Marianum der Caritas / Mariengasse 24

Diesen Streifzug gibt es auch auf Facebook!
Unter: https://www.facebook.com/events/319706708420750/

Erzählerinnen:

Emina Saric
Emina Saric

Emina Saric, MA (Studium der Germanistik an der Philosophischen Fakultät in Sarajewo,, Montessori-Ausbildung an der Pädagogischen Hochschule in Graz, Geschlechterstudien an der Karl-Franzens-Universität Graz; Arbeitsfelder: Frauenspezifische Beratung im interkulturellen Kontext, Lehrerin im Ausbildungszentrum für Sozialberufe Graz)

und

Mag.a Edith Zitz (Projekt Anerkannt!, Diversitätsfachfrau mit Fokus gesellschaftliche Teilhabe, Arbeit, Wirtschaft. Spezielles Interesse: selbstbestimmt Altern, community education, öffentlicher Raum. Spezialisiert auf Kooperation mit komplexen Organisationen und interdisziplinär ausgelegten Projekten.)

Wir laden herzlich zum Mitgehen und Mitdiskutieren ein!

Einladung zum Download: einladung_anerkannt-streifzug_29092016

 

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„Anerkannt!“ in der Annenpost – Geschichten aus dem Annenviertel

Katharina Brunner von der „Annenpost – Geschichten aus dem Annenviertel“ war im Juli 2016 bei Edith Zitz und Bars Koç aus dem Projektteam von „Anerkannt!“ zu Gast.

Das Gespräch drehte sich rund um dequalifizierte Frauen und Männer am österreichischen Arbeitsmarkt, das neue Anerkennungsgesetz und die Online-Umfrage bei steirischen Klein- und Mittelbetrieben, die im September 2016 startet.

Hier ein kleiner Auszug aus dem am 27. Juli erschienen Artikel:

Damit MigrantInnen im Arbeitsmarkt erfolgreich integriert werden können, braucht es aber die ArbeitgeberInnen. Darum will das Team von inspire thinking mit ihrem Projekt „Anerkannt!“ von Klein- und Mittelbetrieben (KMUs) via Online-Umfrage wissen, was diese Betriebe mit maximal 250 Angestellten brauchen, um leichter mit internationalen Qualifikationen von MigrantInnen umgehen zu können. Dass Betriebe zögern, ausgebildete MigrantInnen anzustellen, liege meistens daran, dass das Anerkennungssystem für Betriebe selbst unverständlich sei, meint Edith Zitz. Sie ist eine von zwei Fachleuten aus dem Bildungsbereich im Team. Zusammen mit einer Juristin und einem Soziologen arbeitet sie seit drei Monaten an einer Umfrage. Finanziert wird das Projekt vom Integrationsministerium BMEIA und dem Integrationsreferat der Stadt Graz.